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Leserbrief Heike Gebhardt

 

 

 

 

 

 

Meine persönliche Wahrnehmung in den sozialen Medien im Bezug auf „Wahlkampf“ der etablierten Parteien und die Glorifizierung von Leistungen:

Es ist mir peinlich im Sinne von Fremdschämen und macht mich auch wütend, was in den sozialen Medien gerade an Glorifizierung von mancher Regierungspartei betrieben wird. Es ist jetzt nicht Zeit für exzessiven Wahlkampf und sich so manches Bonmot an’s Revers zu heften, was dort nicht hingehört. Es wird mit Verdiensten und Einsatz geworben, welche schlicht und ergreifend nicht parteispezifisch sondern übergreifend im Sinne der Krisenbewältigung entschieden werden.

Zwei Dinge: Krisenmanagement und die Umstellung der Organisation auf die Erfordernisse ist auf kommunaler Ebene Job der Verwaltung in Swisttal als auch der Entscheidungsträger in der Bundespolitik. Es gebührt der Respekt, wenn dieser Job flexibel und gut in der jetzigen Situation gemacht wird. Danke.

Alle Menschen, die uns in gesundheitlicher Sicht und zur Wahrung der gewohnten Infrastruktur im 3-Schicht-System, also rund um die Uhr !!! zur Verfügung stehen, gebührt der größte Respekt und höchste Anerkennung. Und dann den vielen Menschen, die unter anderem in Swisttal für Nachbarschaftshilfe sorgen und hier flächendeckend Strukturen und Hilfsangebote aufbauen und gewährleisten. Dies auch fast rund um die Uhr. Dass eine Umsetzung der Anordnungen überhaupt vernünftig funktionieren kann.

Und wenn ich dann Posts lese, dass sich Regierungsparteien den „Hut aufsetzen“ (Wahlkampf), sich mit den notwendigen Maßnahmen in der Krise wie „Rettungsschirm“, Unterstützungsleistungen etc. zu brüsten, als ob das durch Eingaben der jeweiligen Parteien erfolgreich umgesetzt wird, dann finde ich das einfach unlauter. Wahr ist, dass Politiker auf Bundesebene, egal welcher Partei angehörig, hier den Ausnahmezustand regeln. Ein Rettungsschirm in dieser Grössenordnung wird zugesagt und soll helfen; ist notwendig. Es ist kein Geldsegen, der erkämpft wurde sondern im Nachgang zur Krise jahrelang von allen Steuerzahlern „gestemmt werden muss“. Es ist also unser aller Aufgabe und auch Erbe, die Schulden dann wieder zu begleichen. Das wird bei den Betrachtungen dann gerne außer Acht gelassen.

Heike Gebhardt, Miel, 02.04.2020

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